Flaues iPhone-Geschäft und durchhängende Services-Sparte: Quartalsprognose zeigt sich skeptisch
Apple sieht sich mit einem weiteren durchwachsenen Quartalsergebnis konfrontiert – so die Meinung von Marktexperten des internationalen Finanzdienstleisters Cowen. Der Einschätzung zufolge musste sich das Unternehmen aus Cupertino in den Monaten Januar bis März erneut mit enttäuschenden iPhone-Verkäufen auseinandersetzen. Dagegen könne auch Apples aufstrebende Services-Sparte auf absehbare Zeit nicht helfen, so Cowen.
Kein größerer Umsatz-Aufschwung in SichtDer Finanzdienstleister
rechnet mit einem Umsatzrückgang im Vergleich zum vierten Quartal 2018 um 10 Prozent. Der Wert sei gar nicht mal so schlecht, da der auf drei Jahre hochgerechnete Durchschnitts-Rückgang vom letzten Quartal eines Jahres zum ersten Quartal des Folgejahres bei 14 Prozent liege. Doch im Weihnachtsquartal 2018 hatte Apple bereits mit Einnahmeverlusten im Vergleich zum Vorjahr zu kämpfen – vor allem wegen des eingebrochenen iPhone-Geschäfts in China.
Cowen antizipiert für die Monate Januar bis März einen Apple-Gesamtumsatz von 57,9 Milliarden US-Dollar. Apple selbst hatte im Januar von schätzungsweise 55 bis 59 Milliarden US-Dollar Umsatz für das erste Quartal 2019 gesprochen. Für das zweite Jahresquartal erwartet Cowen Einnahmen in Höhe von 52,1 Milliarden US-Dollar. Auch beim iPhone stehe Apple im zweiten Quartal ein vor allem saisonal bedingtes Abflauen der iPhone-Einnahmen auf 25,2 Milliarden US-Dollar bevor (Schätzung für das erstes Quartal: 32,4 Milliarden US-Dollar).
Warum Apples Aktienkurs zuletzt deutlich stiegDie Zunahme des Apple-Aktienkurses um 34 Prozent seit dem Januar-Quartalsbericht erklärt Cowen mit mehreren Faktoren. Der gestiegene Optimismus hinsichtlich Apples Services-Sparte, die Ankündigung und der Marktstart neuer Abo-Dienste, die Beilegung des Rechtsstreits mit Qualcomm und die damit zusammenhängende Aussicht auf 5G-iPhones für 2020 tragen allesamt zu dem gestiegenen Aktienkurs bei. Dazu muss aber auch erwähnt werden, dass Apples Aktienwert in den letzten 90 Tagen des Jahres 2018 um 38 Prozent sank, was den neuerlichen Kurgewinn etwas relativiert.
Services-Sparte kann iPhone-Flaute nicht kompensierenCowens Prognose für Apples Services-Einnahmen fällt skeptischer aus als die allgemeine Sichtweise an den Märkten. Das Finanzunternehmen rechnet mit 10,4 Milliarden US-Dollar Gesamtumsatz bei Dienstleistungen wie Apple Music. Cowen erklärt die Einschätzung mit der nach wie vor strauchelnden iPhone-Nachfrage insbesondere in aufstrebenden Märkten, die auch auf Apples Services-Sektor „überschwappen“ könnte.
In China etwa sorgen strengere lizenzrechtliche Auflagen im Gaming-Bereich dafür, dass die App-Store-Prüfverfahren für Spiele länger dauern oder schon vorhandene Titel entfernt werden müssen. Da die Kategorie “Spiele“ der wichtigste Umsatzbringer des Stores sei, leide das Fernost-Geschäft mit dem App Store momentan deutlich. Zudem müsse sich Apples neuer Dienst „News+“ erst noch beweisen, bevor ambitionierte Einschätzungen möglich seien.