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PayPal-Nachricht „Neue Adresse hinzugefügt“ – dahinter steckt eine Betrugsmasche

Die PayPal-Nachricht überwindet den Spam-Filter, wirkt authentisch – und ist so formuliert, dass sie Panik auslösen soll: Der Bezahldienst bestätige, dass eine neue Adresse hinterlegt und ein teures MacBook Pro auf dem Weg dahin sei. Falls man dies nicht veranlasst habe, möge man schnellstens eine Telefonnummer anrufen. Die Nachricht wirkt echt, selbst der Absender stimmt. Wer allerdings dort anruft, spricht mit Betrügern, die einem zur Installation von Bildschirmsteuerungs-Software auf den eigenen Rechner überreden wollen.


Die Methode nutzt ein Detail des Bezahlportals aus: Beim Einrichten einer neuen Postadresse gibt es ein Feld namens „Adresszusatz“ – und dieses ist nicht in der Länge beschränkt. Deren Inhalt erscheint innerhalb der E-Mail, welche den Kunden als Bestätigung zugesendet wird. In dieses Adresszusatzfeld schrieben Betrüger dann einen Text über eine fiktive hochwertige Bestellung – nebst Telefonnummer, an welche man sich im Missbrauchsfall wenden solle.

Über das Feld „Adresszusatz“ gelangt betrügerische Information in offizielle Benachrichtigungen.

Über zwei E-Mail-Adressen wurde diese authentische PayPal-Adresse dann an einen großen Verteiler mit potenziellen Opfern weitergeleitet. Dies offenbart sich allerdings erst, wenn man sachkundig die erweiterten E-Mail-Header studiert; auf den ersten Blick erscheint die Nachricht authentisch und von einer offiziellen PayPal-Adresse stammend. Auch die im weiteren Text eingebetteten URLs führen auf offizielle Support-Seiten. Nur die Telefonnummer ist falsch.

ARC-Authentication-Results: i=4; mx.microsoft.com 1; 
spf=softfail (sender ip is 209.85.214.198) smtp.rcpttodomain=m583us.onmicrosoft.com
 smtp.mailfrom=paypal.com; dmarc=pass (p=reject sp=reject pct=100) action=none
 header.from=paypal.com; dkim=pass (signature was verified)
 header.d=paypal.com; arc=pass (0 oda=1 ltdi=1
 spf=[1,2,smtp.mailfrom=service@paypal.com] dkim=[1,2,header.i=@paypal.com]
 dmarc=[1,2,header.from=paypal.com])

Adresse überprüft, Inhalt nicht
Die Nachricht ging also nicht an den tatsächlichen Account; das persönliche PayPal-Konto wurde also aller Wahrscheinlichkeit nach nicht kompromittiert. Ein kurzer Test im eigenen PayPal-Account bestätigt: Beim Hinzufügen einer neuen Postadresse lässt sich problemlos ein längerer Text in den Adresszusatz einfügen. Deren Inhalt unterliegt keiner Beschränkung, während die Daten wie Postleitzahl, Straße und Ort auf Echtheit überprüft werden.

Das Feld „Adresszusatz“ nimmt Texteingaben jeglicher Länge entgegen.

PayPal reagiert
Inzwischen hat der Bezahldienstleister reagiert und verschickt die Benachrichtigung über Adressänderungen fortan ohne den Inhalt, also Adresse nebst Zusatz. Die Nachricht wirkt deshalb etwas spartanisch; fürs Erste dürfte damit also diese Lücke geschlossen sein. Allerdings ist verwunderlich, dass es erst umfangreicher Medienberichte bedurfte, bis PayPal die Prozedur optimierte – diese Masche lässt sich auf mindestens Anfang Februar zurückverfolgen.

Kommentare

Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck26.02.25 11:09
Ich bin darauf "zuerst reingefallen", da die Email tatsächlich aufgrund der Header-Informationen von PayPal stammte (ich meine hiermit nicht die Von-Adresse, welche sich leicht manipulieren lässt, sondern die Mail-From/Envelope-Adresse und DKIM-Signatur). Natürlich hätten die keinen Erfolg bei mir gehabt, da ich beim Anruf nicht mitgespielt hätte, aber dennoch zeigt dieses Beispiel, dass auch die Betrüger deutlich geschickter werden.
+13
globalls
globalls26.02.25 11:18
Mendel Kucharzeck
Ich bin darauf "zuerst reingefallen", da die Email tatsächlich aufgrund der Header-Informationen von PayPal stammte (ich meine hiermit nicht die Von-Adresse, welche sich leicht manipulieren lässt, sondern die Mail-From/Envelope-Adresse und DKIM-Signatur). Natürlich hätten die keinen Erfolg bei mir gehabt, da ich beim Anruf nicht mitgespielt hätte, aber dennoch zeigt dieses Beispiel, dass auch die Betrüger deutlich geschickter werden.

Danke für die Info
Muss ich denn alles selber machen?
+2
penumbra26.02.25 11:23
Was ich bemerkenswert finde:
Der SPF-Eintrag ist offensichtlich nicht korrekt, der Mail-Server hat die Mail auch als "Softfail" markiert - somit hätte die Mail eigentlich als Spam-verdächtig behandelt werden müssen.
Aber die Absender haben es wohl geschafft, die DKIM-Prüfug zu umgehen. Heisst das, dass sie die Mail irgendwie doch über die Paypal-Mail-Infrastruktur versenden konnten?
enjoy life in full trains
+1
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck26.02.25 11:40
penumbra
Wenn ich den Rest des Headers (das in der news ist nur ein kleiner Ausschnitt) richtig interpretiere, stellt PayPal gerade von Googles Maildiensten auf Azure/Microsoft um – und die leiten Mails von Google zu Azure und dann weiter. Das kann der Grund sein, warum der SPF nicht passt und daher auf softfail steht.
0
Wauzeschnuff26.02.25 11:41
penumbra
Nicht irgendwie.
Vereinfacht gesagt: Die Mail ist eine ganz regulär von Paypal versendete Mail. Die Betrüger konnten nur einfach bestimmen was darin stehen sollte, unter anderem weil es diesbezüglich keine Größenbeschränkung seitens Paypal gab. Diese Lücke hat Paypal jetzt geschlossen,
+2
verstaerker
verstaerker26.02.25 11:45
Danke für den Hinweis! Es ist immer gut aktuelle Maschen zu kennen.

Ganz generell , gehe ich bei unerwarteten Nachrichten z.B. von paypal, meiner Bank o.ä. grundsätzlich im Browser manuell zur webseite , logge mich ein und überprüfe ob es da irgendwelche Hinweise gibt.
Wenn das nicht so ist ignoriere ich solche Nachrichten.
+8
elBohu
elBohu26.02.25 12:01
und wieder stelle ich mit die Frage, warum 2025 immernoch SMTP von 1982 verwendet wird??
Da scheinen die "Großen" irgendwie ein interesse zu haben, mag mich dünken.
Wieviel müll könnten wir uns sparen, wenn endlich mal gescheit kommuniziert würde und nich einfach: "Hallo, hier ein Brief vom Bernd an Angela" "Gebe ich ihr, gerne."
DKIM SPF und all das ist ja nett, macht die Sache aber nicht wirklich dicht, ganz offensichtlich.
Ach, was reg ich mich auf. Hab schon wieder eine Puls von.....

66.
wyrd bið ful aræd
0
teorema67
teorema6726.02.25 12:17
Wenn ich so ein Mail erhalte, klicke ich keinen Link und rufe niemanden an, sondern logge mich normal in den betroffenen Account ein und sehe nach, was dort so vorgeht. In den meisten Fällen (meine ich zumindest) schützt mich das vor den Betrugsmaschen
Rassismus ist, überall Rassismus zu wittern, wo keiner ist, und damit echten Rassismus zu bagatellisieren. (Dieter Nuhr)
+9
desko7526.02.25 12:20
teorema67
Wenn ich so ein Mail erhalte, klicke ich keinen Link und rufe niemanden an, sondern logge mich normal in den betroffenen Account ein und sehe nach, was dort so vorgeht. In den meisten Fällen (meine ich zumindest) schützt mich das vor den Betrugsmaschen
Genau so mache ich es auch. Hat mich bisher gut vor Unheil bewahrt.
+3
jeti
jeti26.02.25 12:32
ACHTUNG
Ebenfalls aktuell im Umlauf vermeindliche Anrufe von PayPal,
entweder Nummer Anonym, oder mit Vorwahl aus Belgien,
gefolgt von einer Computerstimme vom Band.

Dort soll man wohl Kontoinformationen bestätigen
da ein Zahlungsempfang nicht funktioniert hat.
+4
Radiodelta
Radiodelta26.02.25 12:47
jeti
ACHTUNG
Ebenfalls aktuell im Umlauf vermeindliche Anrufe von PayPal,
entweder Nummer Anonym, oder mit Vorwahl aus Belgien,
gefolgt von einer Computerstimme vom Band.

Ist bei mir auch schon zweimal angekommen. Wer mich mit automatisierten Anrufen belästigt, wird mit Auflegen nicht langsamer als 2/10 Sekunden und Versenken der Telefonnummer in der Blacklist der Fritzbox bestraft.
+4
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck26.02.25 13:15
elBohu
und wieder stelle ich mit die Frage, warum 2025 immernoch SMTP von 1982 verwendet wird??

DAS frage ich mich tatsächlich auch. Alle kämpfen gegen Spam, Betrug und fehlende Absender-Kennung – doch große Bestrebungen, das zu ändern, gibt es nicht.
+5
gacki26.02.25 17:17
jeti
ACHTUNG
Ebenfalls aktuell im Umlauf vermeindliche Anrufe von PayPal,
entweder Nummer Anonym, oder mit Vorwahl aus Belgien,
gefolgt von einer Computerstimme vom Band.

Davon hatte ich heute bis jetzt 4 Versuche. Leider war die Verbindung jedes Mal sehr schlecht, so dass trotz meines großen Enthusiasmus, das Problem zu lösen, von der Gegenseite immer abgebrochen wurde.
(Ich hatte mal einen dieser "Mitarbeiter" für über 15 Minuten "beschäftigt"...)
+2
Oceanbeat
Oceanbeat26.02.25 18:20
Einen Daisy-Chatbot (wie bei O2 Goßbritannien) hätte ich wohl gerne auf dem iPhone. Bei Bedarf einfach das Gespräch übergeben - gerne auch zum mitlauschen…
Wenn das Universum expandiert, werden wir dann alle dicker...?
+2
teorema67
teorema6726.02.25 19:03
jeti
ACHTUNG
Ebenfalls aktuell im Umlauf vermeindliche Anrufe von PayPal,
entweder Nummer Anonym, oder mit Vorwahl aus Belgien,
gefolgt von einer Computerstimme vom Band.

Dort soll man wohl Kontoinformationen bestätigen
da ein Zahlungsempfang nicht funktioniert hat.

Diese Anrufe habe ich auch. Nur ein PayPal Account, das hab ich nicht
Rassismus ist, überall Rassismus zu wittern, wo keiner ist, und damit echten Rassismus zu bagatellisieren. (Dieter Nuhr)
+1
Peugeot_208_GTI26.02.25 19:29
teorema67
Wenn ich so ein Mail erhalte, klicke ich keinen Link und rufe niemanden an, sondern logge mich normal in den betroffenen Account ein und sehe nach, was dort so vorgeht. In den meisten Fällen (meine ich zumindest) schützt mich das vor den Betrugsmaschen
Wären nur alle so klug👍
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