Rettungsdienste fordern, den automatischen Notruf in bestimmten Situation zu deaktivieren – aufgrund von Fehlalarmen
Stürzt ein Träger einer Apple Watch Series 4 oder neuer, kann diese automatisch den Notruf wählen, wenn der Betroffene dazu nicht mehr in der Lage ist. Diese Funktion rettete bereits in der Vergangenheit viele Leben – doch wie bei jeder Funktion gibt es natürlich auch Probleme: Die Sturzerkennung kann von Natur aus nicht hundertprozentig akkurat arbeiten und geht auch bei manchen Sportarten von einem heftigen Sturz aus – und ab und an nimmt der Nutzer die Aufforderung nicht wahr, zu bestätigen, dass es ihm gut geht. Daraufhin setzt die Apple Watch automatisch einen Notruf ab – und Rettungskräfte müssen diesem nachgehen.
Mit dem iPhone 14 und der Apple Watch Series 8 wie auch der Apple Watch Ultra setzte der Konzern eine weitere Notruf-Funktion um: Diese Geräte können erkennen, wenn der Nutzer in einen Auto-Unfall verwickelt ist – und kann in diesem Fall ebenfalls automatisch den Notruf wählen. Doch bereits kurz nach Erscheinen kamen viele Berichte auf, dass die Funktion auch ohne Unfall auslöst – beispielsweise auf Achterbahnen.
Fehlalarme großes ProblemAus Minnesota, USA melden sich nun einige Notruf-Center zu Wort – und Pat Eliasen, Sheriff in Cook County, nennt
Zahlen: Im Jahr hätte die Zentrale etwa 700 falsche Notrufe durch Apple-Geräte erhalten – also etwa zwei pro Tag. Besonders über die Weihnachtszeit hätte die Zentrale vermehrt falsche Notrufe registriert – wahrscheinlich, weil viele Apple-Produkte unter dem Weihnachtsbaum landen.
Helfer müssen ausrückenDabei ist es für Rettungskräfte nicht einfach, einen echten von einem falschen Notruf zu unterscheiden – denn reagiert der Betroffene nicht, müssen die Rettungskräfte im Zweifelsfall ausrücken, um sich vom Wohlbefinden des Anrufers zu überzeugen. Besonders in kleineren Notrufzentralen ist dies ein echtes Problem, da diese meist über begrenzte Ressourcen verfügen.
Notruf-Funktionen in bestimmten Situationen deaktivierenDaher fordern einige Rettungsdienste die Nutzer auf, in bestimmten Situationen die automatische Sturz- und Unfallerkennung abzuschalten – zum Beispiel beim Ski- oder Schnee-Mobil-Fahren, wo diese erfahrungsgemäß oftmals fehlerbehaftet arbeitet. Dies sollte man natürlich nur machen, wenn man sowieso in Begleitung ist. So würden die Rettungsdienste nicht durch Falschmeldungen in Stoßzeiten überlastet.
Sollte dennoch ein automatischer Notruf abgesetzt worden sein, sollten die Nutzer bitte auf jeden Fall am Telefon bleiben – und nicht einfach auflegen. Nur so kann sich der Rettungsdienst davon überzeugen, dass es sich nicht um einen Notfall handelt und es dem Anrufer gut geht.