Return of the Trackball: Logitech MX Ergo im Test – Eine Alternative für eingefleischte Maus- oder Trackpad-User?
Logitech MX Ergo – VorstellungWirklich ausgestorben ist der Trackball nie. Der MX Ergo ist also keine Wiederauferstehung, sondern schlicht eine Weiterentwicklung. Im Portfolio von Logitech gab es immer und gibt es noch heute andere Trackball-Vertreter, wie den
Trackman Marble und den
Wireless Trackball M570. Letzterer ähnelt dem MX Ergo in Form und Funktion sehr und dürfte als Basis für die hier getestete Neuentwicklung gedient haben. Der M570 ist bereits für
unter 40 Euro bei Amazon zu haben.
Äußerlich scheint sich beim MX Ergo gegenüber dem M570 nicht allzu viel getan zu haben. Aber es gibt entscheidende Veränderungen im Detail. Auffälligstes Merkmal ist ein Kippmechanismus auf Basis eines Magnetscharniers, mit dem man das Gehäuse aus einer flachen Position um 20° nach rechts kippen kann. Das geht aber nicht stufenlos. Entweder 0° oder 20° Kippwinkel sind möglich. Die metallene Basisplatte der MX Ergo wird magnetisch an einer länglichen Schiene an der Unterseite gehalten. Man kann sie einfach abziehen. Je nach Kipprichtung wird die Platte zusätzlich links oder rechts magnetisch gehalten. Das ist eine clevere Lösung und absolut verschleißfrei.
Für meinen Geschmack ist die nach rechts geneigte Position deutlich ergonomischer. Sie ermöglicht eine sehr natürliche Ablage der rechten Handkante auf dem Tisch. – Die Form des Gehäuses eignet sich aus offensichtlichen Gründen nur für Rechtshänder, bzw. für rechtshändige Bedienung.
Aber auch die Bedienelemente wurden komplett überarbeitet. So gibt es jetzt neben den Tasten im Bereich neben der linken Maustaste auch eine seitliche Daumentaste, ein Scrollrad mit Kippfunktion und darunter eine Taste zum Umschalten der Verbindung. Der MX Ergo lässt sich nämlich mit zwei Geräten verbinden.
Wie bei dem Topmodell unter den Logi Mäusen, der MX Master (
Test) kann auch der MX Ergo wahlweise drahtlos über den hauseigenen Unifying USB-Receiver (mitgeliefert), oder per Bluetooth gekoppelt werden. Aus meiner Erfahrung mit diversen Logitech Mäusen würde ich stets die Verbindung per Unifying Receiver empfehlen. Die Verbindung darüber hat weniger Latenz und ist ausfallsicherer.
Eine weitere Besonderheit bei der Verbindung ist, dass sich der MX Ergo in Verbindung mit der zugehörigen Logitech Options Software für die Bedienung von zwei (nicht miteinander vernetzten) Computern gleichzeitig einrichten lässt. Bei diesem Feature mit Namen „Flow“ wechselt der Mauszeiger automatisch vom Bildschirm des einen auf den Screen des anderen Devices, wenn man ihn an den Bildschirmrand bewegt. Das sieht dann genauso aus, wie bei einer Multi-Monitor-Konfiguration, nur dass zwei individuelle Computer die Bildschirme ansteuern. Damit soll es auch möglich sein, Texte, Bilder und Dateien einfach zwischen den via Flow verbundenen Rechnern hin und her zu kopieren oder zu verschieben. Mangels mehrerer Macs konnte ich das Feature bislang leider nicht ausprobieren. Deswegen an dieser Stelle ein kurzes Erklärvideo von Logitech:
Die Trackball-Kugel ist sehr leichtgängig und erfordert einen ruhigen und geübten Daumen zur präzisen Steuerung. Logitech hat die seitliche Daumentaste in der Standardbelegung nicht umsonst mit einer Funktion namens „Präzisionsmodus“ belegt. Wird die Taste gedrückt, verringert sich die Mauszeigergeschwindigkeit deutlich, um kleine Ziele besser ansteuern und feinere Bewegungen des Mauszeigers ausführen zu können. Der Präzisionsmodus bleibt so lange aktiv, bis die Taste erneut gedrückt wird. Wahlweise kann man die Taste aber auch mit diversen anderen vordefinierten Funktionen oder mit einer selbst definierten Tastenkombination belegen. – So wie auch die anderen Tasten.
Leider muss ich sagen, dass die Seitentaste im Bereich des Trackball und auch die beiden Buttons neben der Maustaste nicht ganz ideal positioniert sind. Die Tasten (und Räder) der MX Master Maus sind für meinen Geschmack wesentlich besser positioniert und erreichbar.
Der fest eingebaute, vom Nutzer nicht auswechselbare 500mAh Lithium-Polymer-Akku des MX Ergo soll mit einer vollen Ladung bis zu 4 Monate durchhalten. Da ich den Trackball noch nicht so lange in Benutzung habe, muss eine Bestätigung von meiner Seite vorerst ausbleiben.
Nicht so schön: Bei der Tastatur Logitech Craft (Test in Kürze), die ebenso brandneu wie der MX Ergo ist, setzt Logitech als Anschluss zum Aufladen eine moderne USB-C-Buchse ein. Der MX Ergo muss unverständlicherweise weiterhin mit einem USB-Micro-2.0-Port auskommen. Der ist im Gegensatz zu USB-C richtungsgebunden und der Stecker sehr fummelig anzustöpseln. Außerdem bedeutet das: man kann die CRAFT und den MX Ergo nicht mit dem gleichen Kabel laden. – Buhh.