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TechTicker Spezial: HiFi Rose RW800 AIR Lite: Streaming-Upgrade zum kleinen Preis

Mit dem RW800 "AIR Lite" hat HiFi Rose einen kleinen und sehr erschwinglichen Streaming-Player vorgestellt, der ideal zur Aufrüstung bestehender Anlagen ist. Das Gerät adressiert aber auch ein ganz allgemeines Upgrade-Problem vieler moderner Streaming-Lösungen.

Musikstreaming ist aus der heutigen Landschaft der medialen Unterhaltung nicht mehr wegzudenken. Klassische Wiedergabemethoden von Tonträgern oder per Radio verlieren immer mehr an Bedeutung. Insgesamt bietet Musikstreaming über das Internet oder aus dem lokalen Netzwerk zahlreiche Vorteile in Sachen Musikauswahl, Nutzungskomfort und unter idealen Bedingungen auch im Klang.

Es gibt aber auch kritische Stimmen, die vor allem die Gefahr sehen, dass die "schnelllebige" Technik und Inkompatibilitäten mit wechselnden Standards und Protokollen die (manchmal teure) Anschaffung von Streaming-Hardware zu schnell obsolet machen könnte. In vielen Fällen ist diese Furcht unbegründet. Aber nicht in allen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass bestimmte Neuerungen mit bestehender Hardware nicht kompatibel sind, und die Nutzer dann vor der unschönen Wahl stehen, entweder neue Geräte anzuschaffen, oder auf die Neuerung zu verzichten. Musik weiter auf die "alte" Weise hören ist dann aber trotzdem noch möglich. (Von seltenen Extremfällen wie der Abschaltung von Servern nach dem Verschwinden bestimmter Anbieter mal abgesehen.)


Dieses Problem betrifft allerdings keineswegs nur digitale Audiosysteme. Es trifft gleichermaßen auf jeden Computernutzer zu, der seinen Mac nicht alle paar Jahre austauscht. Nur ist die Erwartungshaltung bei der HiFi-Anlage für daheim eine andere. Was man bei Computern und auch Smartphones schon gewohnt ist und hinnimmt, will so mancher bei der Musikanlage nicht akzeptieren und verzichtet deswegen (unnötig) auf die Anschaffung eines modernen streaminfähigen Systems.

Schon zu Beginn der Musikstreaming-Ära in den frühen 2000er Jahren sträubten sich manche Nutzer unter Berufung auf die Möglichkeit, dass etwa der DAC irgendwann nicht mehr mit der steigenden Auflösung mithalten könne. Eine unbegrüpndete Furcht, wie man heute weiß, denn selbst ein DAC aus Mitte der 2000er kann heute noch mit PCM in CD-Qualität Musik spielen. Die allermeisten digitalen Audiosysteme sind tatsächlich sogar sehr viel langlebiger, als jeder Mac und jedes iPhone.

Die Möglichkeit, dass komplett neue Streamingmöglichkeiten mit bestehender "alter" Hardware nicht funktionieren, ist aber real. Beispiele dafür sind bestimmte Streaming-Protokolle und Dienste, wie Google Cast oder Tidal Connect. Mit den Connect-Varianten ermöglichen Streamingdienste (derzeit primär Qobuz, Spotify und Tidal; weniger bekannt/kompatibel sind Deezer und Napster Connect), das entsprechend kompatible Wiedergabegeräte direkt in ihrer App als Ausgabegerät gewählt werden können. Damit müssen die Musikdaten auch nicht mehr den Umweg von Netzwerk, über beispielsweise das iPhone nehmen. Die App bzw. das Device, auf dem die App läuft, ist mit "Connect" nur noch eine Fernbedienung, wohingegen die Musikdaten vom Gerät selbst direkt aus dem Netzwerk geladen werden.

Damit kommen wir zu dem Südkoreanischen Hersteller HiFi Rose und seinem neuen Streaming-Player RW800 mit dem Zusatz "AIR Lite". Was macht den so besonders?


Rose RW800: Streaming-Player, aber auch ein Hardware-Upgrade
Klären wir zunächst die Frage, was der Unterschied zwischen Streaming-Geräten wie einer Bridge (Brücke) und einem Player ist. Bei einer Bridge handelt es sich im Grunde genommen um ein Abspielgerät (ähnlich wie ein CD-Laufwerk), dem neben der Musiksteuerung die höchst wichtige Aufgabe zukommt, die paketbasierten Musikdaten aus dem Internet/Heimnetz in einen kontinuierlichen Datenstrom zu verwandeln (daher "Stream"). Das ist nötig, damit anschließend der Digital-/Analogwander (DAC) die Musik in analoge Signale konvertieren kann. (Und genau hierin liegt auch einer der Gründe, warum es bei digitaler Musikwiedergabe trotz exakter Datenaufbereitung deutliche Klangunterschiede geben kann, aber das ist ein Thema für sich.) Der DAC ist bei einer Bridge nicht eingebaut.

Eine Bridge ist ein 100% digitales Gerät und hat nur Digitalausgänge. Ist ein DAC integriert (wie im RW800), dann dann handelt es sich um einen Player und gibt es immer auch einen analogen Signalweg und analoge Signalausgänge. Die Unterscheidung entspricht also weitestgehend der zwischen CD-Laufwerk (kein DAC) und CD-Player (mit DAC).


Ergo: Der Rose RW800 ist ein Streaming-Player. Und als solcher hat er in der Regel einen wesentlichen Anwendungszweck: Er kann dazu genutzt werden, vorhandene HiFi-System um Audiostreaming nachzurüsten. Beispiel: Sie haben noch einen tollen analogen Verstärker und Passivlautsprecher aus den Achtzigern, die noch gut funktionieren und ordentlich klingen? Dann ist ein Streaming-Player wie der RW800 ideal zu Aufrüstung. Einfach den RW800 mit einem Stereo-Cinchkabel (analog) an einen freien Line-Eingang des Verstärkers anschließen, App auf dem iPhone installieren und schon können Sie Musikstreaming über ihre geschätzte alte Anlage genießen. Internetstreaming natürlich nur mit entsprechendem Abo eines Anbieters wie Qobuz oder Spotify. Aber Streaming von lokal gespeicherter Musik per Bluetooth, AirPlay oder Google Cast ist ohne Abo möglich.


Streaming-Player wie der RW800 sind keineswegs neu. Und es gibt auch schon länger ähnliche, auch sehr preisgünstige Angebote in diesem Bereich, wie etwa den WiiM mini oder den WiiM Pro.

Was macht den Rose RW800 so besonders?
Also ist der Rose RW800 am Ende nur ein "Mee-too-Produkt". Nicht ganz. Als Streaming-Player steht er in der Tat nicht allein auf weiter Flur. Aber Rose nutzt den RW800 auch als eine neuartige Möglichkeit, bestehende Rose-Hardware um neue Funktionen und Fähigkeiten zu erweitern, die nicht einfach per Softwareupdate eingespielt werden können.

Der besondere Mehrwert des RW800 bei einem aktuellen ROSE-Streamer liegt darin, die Geräte um neuere Streaming-Protokolle und Connect-Funktionen zu erweitern – insbesondere Google Cast, Tital Connect, sowie die aktuellen Spotify-Connect-Funktionen inklusive Spotify Lossless. Qobuz Connect ist bei den unten genannten ROSE-Geräten bereits nativ über ROSE OS vorhanden. Gleiches gilt bei entsprechend aktuellem Softwarestand auch für AirPlay 2. Der RW800 wird also nicht benötigt, um Qobuz Connect nachzurüsten.


Der RW800 kann als Erweiterung mit folgenden ROSE-Streamern eingesetzt werden:

  • RS151
  • RS451
  • RS130
  • RS520
  • RS250 / RS250A
  • RS150 / RS150B
  • RS201 / RS201A bzw. RS201E

Die Aufrüstung erfolgt auf angenehm einfache und unkomplizierte Weise: Der RW800 wird einfach per USB-Kabel mit dem jeweiligen Rose-Gerät verbunden. Dieser wird über die USB-Leitung zugleich mit Strom versorgt, was den Verkabelungsaufwand minimal hält.

Leider scheint die Funktion der Stromversogung über USB nur mit den Rose-Komponenten zu funktionieren. Zumindest interpretiere ich die Beschreibung so, dass bei Nachrüstung des RW800 an anderen Anlagen der Anschluss eines Netzteils erforderlich ist.

Zusammenfassung Rose RW800
Der neue Rose RW800 AIR Lite erfüllt zwei primäre Aufgaben:

Erstens: Er eignet sich als Nachrüstung vorhandener Anlagen um Musikstreaming. Dazu bietet er digitale und analoge Ausgänge und Unterstützung für zahlreiche Musikdienste, sowie Streaming von lokalen Quellen über Bluetooth, AirPlay und Google Cast. Gesteuert wird er über die zugehörige Rose AIR App.

Zweitens: Als Feature-Upgrade für vorhandene Rose Streamer, explizit um die Funktionen Google Cast, Tital Connect, sowie die aktuellen Spotify-Connect-Funktionen inklusive Spotify Lossless.

Der UVP für den Rose RW800 AIR Lite beträgt 179 Euro. Noch bis einschließlich 30. September 2026 ist er zum Einführungspreis von 125 Euro im Fachhandel erhältlich.

Kommentare

rkb0rg
rkb0rg22.08.26 08:38
AirPlay, Google Cast, Tidal Connect, Spotify Connect und Lossless

Das Schöne an Standards ist, dass es so viele gibt
+5
mk170122.08.26 11:34
Man sollte vielleicht noch hinzufügen, dass der Rose RW800 offenbar auch als UPnP Renderer arbeiten kann.

Was kann man damit machen? Wer z.B. nur seine gescannte CD-Sammlung auf einem Netzlaufwerk in hoher Qualität abspielen möchte, braucht sich nur eine winzige Serversoftware auf einem PC, Mac, Linux oder sogar einem kleinen Raspberry zu installieren (z.B. MinimServer). Das ist in ein paar Minuten erledigt. Dann braucht man sich auf dem iPhone oder Android Handy nur noch einen Player zu installieren, der als UPnP Control Point arbeiten kann (beim iPhone z.B. mConnect). Mit diesem Musikplayer kann man dann sofort seine CDs am Handy auswählen, Abspiellisten erstellen usw. und dann in Hi-Res über den Rose RW800 (oder auch die WiiM Produkte oder andere) an die Musikanlage übergeben. Je nach Gerät und Anschlüssen (z.B. beim Rose RW800) digital oder analog oder auch nur digital (z.B. beim WiiM mini).

Damit kann man sich mit wenig Aufwand und vor allem wenig Geld eine durchaus leistungsfähige Streaminglösung aufbauen, ohne gleich Hunderte oder gar Tausende von Euros für High-End Streamer auszugeben.
+5
mk170122.08.26 11:46
Noch eine Ergänzung:
Möglicherweise bietet sogar die Rose Air App schon die Möglichkeit, auf den besagten Server zuzugreifen (z.B. MinimServer). Dann hätte man auch ohne zusätzliche App direkt die Möglichkeit, auf seine Musiksammlung zuzugreifen.
+2
Dunnikin
Dunnikin22.08.26 15:16
1. Das Ding finde ich richtig schön 😍
2. Ich habe altes, sehr hochwertiges Audio-Zeug.

Was zu meiner Frage führt, irgendwie stehe ich wohl auf dem Schlauch. Das Gerät kann doch AirPlay (2), oder? Reichen dann nicht die Apple-Bordmittel, um Musik vom lokalen Gerät über den RW800 aufs vorhandene Equipment zu übertragen? Also ohne extra Rose-App?
0
sonorman
sonorman22.08.26 15:35
Dunnikin
1. Das Ding finde ich richtig schön 😍
2. Ich habe altes, sehr hochwertiges Audio-Zeug.

Was zu meiner Frage führt, irgendwie stehe ich wohl auf dem Schlauch. Das Gerät kann doch AirPlay (2), oder? Reichen dann nicht die Apple-Bordmittel, um Musik vom lokalen Gerät über den RW800 aufs vorhandene Equipment zu übertragen? Also ohne extra Rose-App?
Ja, Bordmittel reichen mit AirPlay 2. Aber natürlich mit den AirPlay-typischen Einschränkungen: Kein HiRes, sondern nur resampeltes Audio. Und wenn AirPlay2-zu-AirPlay2 im Spiel ist, sogar mit Komprimierung auf verlustbehaftetes AAC. All die schönen HiRes- und Lossless-Fähigkeiten des RW800 wären damit ungenutzt.



+2
pauLee22.08.26 15:57
@sonorman

Mich würde mal ein Vergleich mit dem Bluesound Node (N132) interessieren bzw. ein echter Test des RW800 deinerseits.

Ich bin schon lange auf der Suche, um meinen RPi mit Volumio an meinem Luxman L-81 zu ersetzen.
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sonorman
sonorman22.08.26 17:11
pauLee
@sonorman

Mich würde mal ein Vergleich mit dem Bluesound Node (N132) interessieren bzw. ein echter Test des RW800 deinerseits.

Ich bin schon lange auf der Suche, um meinen RPi mit Volumio an meinem Luxman L-81 zu ersetzen.
Das kann man nicht direkt mit dem Bluesound Node N132 vergleichen. Wie im Artikel erklärt, unterscheidet man zwischen Bridge (oder Transport) und Player. Der Bluesound ist ein Player mit integriertem DAC, der Rose ist hingegen eine Bridge, ohne DAC. Der DAC ist aber klangentscheidender als der Streaming-Part. Es kommt also beim RW800 stark darauf an, an welchen DAC man ihn anschließt. Es gibt auch Klangunterschiede bei Bridges! Nur sind die meist viel subtiler, als zwischen DACs.

Welchen DAC nutz Du denn zur Zeit? Einen im RPi integrierten? Der wunderschöne L-81 (Original aus den 70ern? Generalüberholt?) hat ja keinen.
+1

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